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Mal kurz vogelfrei über’s weltweite Netz geflogen. Beim Thema Freiheit und der Blogparade von Andrea Hiltbrunner fing mein Herz an zu flattern. Im Sturzflug runter und landen. Die Vorhänge meines Kopfkinos öffneten sich und mein Film über Freiheit lief los. So viel zum Thema: die Gedanken sind frei.

Freiheit ist, wenn die Leine lang genug ist, um mal richtig freizudrehn. Was ich damit meine? So richtig aus mir rauskommen können, egal ob es Kicheranfälle, Wutgeschnaube, Heulattacken sind. Loslassen können von inneren oder äußeren Zwängen, die mich zurückhalten wirklich ich zu sein. Welche Glaubensmuster hindern mich mein Potential frei zu entfalten?

Auch eingenommene Rollen und Erwartungshaltungen (von mir oder anderen) können an die Leine legen. Unsere Einzigartigkeit liegt oft verschüttet unter Plänen, die unsere Außenwelt für uns hat (Eltern, Institutionen, Gesellschaft). Seiner eigenen Melodie zuhören, die Urstimme lauter werden zu lassen, so dass andere sie hören können: that’s it.

Wir sind frei, der Mensch zu sein, der wir sein wollen.

Natürlich bleibt noch die Entscheidung, ob ich meinem Ruf folge oder den bisherigen Weg, der vielleicht nicht meiner war, weiterzugehen. Die Wahl zu haben ist Freiheit.

Eine für mich immer wieder unglaubliche Erfahrung von Freiheit ist, klar und deutlich Gefühle äußern zu können und zu sehen, es passiert nix Schlimmes dabei. Wir alle haben Gefühle, wenn sie „gut“ sind, zeigen wir sie der Welt. Die „schlechten“ kommen ins Gefrierfach. Ich muss sagen, ich bin auf den Geschmack gekommen, denn Gefühle zeigen tut gar nicht weh. Sie runterzuschlucken irgendwann schon.

Mein Gegenüber denkt sich seinen Teil anhand einer Reaktion von mir und sehr, sehr oft – wie ich inzwischen heroisch herausgefunden habe (was wiederum passiert, wenn man darüber spricht) – denkt er etwas völlig anderes, als ich fühle. Missverständnisse vorprogrammiert. Beispielsweise meine Verletzlichkeit anzusprechen, entspannt die Situation eher, denn der andere kann aufhören zu mutmaßen. Er weiß, woran er ist. Und ich kann aufhören so zu tun „als wäre nix“. Hilfreich ist es allerdings, das zu tun, bevor die Halsschlagader sichtbar pulsierend hervortritt, denn dann gibt es meist kein Halten mehr. Die Hormone … Oh, ich schweife ab, Pardon.  Also authentisch sein, Gefühle zeigen und Kopf & Herz sind wieder frei.

Freiheit ist die Entscheidung sich gut fühlen zu können (und zu dürfen).

Vom Äußern der Emotionen anderen gegenüber möchte ich noch eine kleine Ehrenrunde zum Lenken der Gefühle machen. Kennt sicherlich jeder: wir verharren in einer Situation, in der wir uns schlecht fühlen. Warum eigentlich? Wir denken weiter Gedanken, die schlechte Gefühle produzieren. Klingt banal, ist letztlich aber so. Wir können einfach etwas anderes denken.  An das schöne Essen, dass uns abends bevorsteht, den Witz von heute Mittag, den lieben Menschen in unserer Nähe etc. pp. Klar kann ich den Streit noch ein 45. Mal durchgehen und mich immer weiter in Rage denken. Muss ich aber nicht. Die Freiheit nehm ich mir :o)

Jeden Tag schenkt mir das Leben Situationen, Herausforderungen und Momente, die weder gut noch schlecht sind. Das werden sie nur durch meine Bewertungen. Klar ist es blöd, wenn ein Kollege krank ist und sich die Arbeitsberge türmen. Doch mal ganz ehrlich, werden die von schlechter Laune kleiner? Schaffst du mehr, wenn du total genervt und angespannt bist? Wahrscheinlich nicht. Also: womit fühlst du dich besser? Wenn du mit der Situation grollst und haderst oder die Herausforderung annimmst und nach einer Lösung suchst? Energie folgt der Aufmerksamkeit. Macht das für dich Sinn?

Der Marlboro-Mann sieht nach Freiheit aus (das HB-Männchen eher weniger).

Die Komfortzone ist eigentlich ja ganz gemütlich, warm und kuschelig. Freiheit bedeutet eben auch, dass ich mich jeden Tag neu entscheiden kann. Einerseits für die Sicherheit des Vertrauten, andererseits ob ich den Mut habe, die Grenzen zu sprengen und mich in eine andere Umlaufbahn zu katapultieren.

In unserem Land sind wir frei unser Leben zu wählen. Ich habe mich für weniger Geld und mehr Freizeit entschieden. Das mag nicht üblich sein, doch für mich passt es: ich liebe es, mehr Zeit für das zu haben, was mir Freude macht, wie beispielsweise diesen Blogartikel zu schreiben ;o)

Ich kann mich entscheiden, in welcher Branche ich arbeite, wo und mit wem. Ohne körperliche Einschränkungen können wir nahezu jeden Beruf für uns wählen. Durch tolle Technologien und Internet ist es sogar möglich überall auf der Welt zu arbeiten.

Theoretisch können wir praktisch alles

Wir sind heute so frei, dass es oft schwer fällt, aus dieser Fülle zu wählen. Daraus folgt sogar eine ganze „Generation Unentschlossen“. Unsere Freiheit wurden von den Generationen vor uns Stück für Stück erkämpft. Ich werde mir gerade dieses Geschenkes bewusst. Danke deshalb an Andrea Hiltbrunner für diese Inspiration.

Verantwortung und Mut sind erforderlich, um aus den täglichen Möglichkeiten das Beste für mich selbst und/oder andere zu wählen. Kann sein, dass wir diesen Freiheits-Entscheidungsmuskel noch ein paar weitere Generationen trainieren müssen, um sicherer damit umgehen zu können.

Ich genieße meine Freiheit, sie steht an Platz 2 meiner Wert-Rangliste. Für mich ist die einzig wirkliche Beschränkung unserer Freiheit lediglich die in unseren Köpfen.

2 Kommentare

  1. Verena Linhart

    Hallo Susan, Ich habe Deinen Post bei Andrea Hiltbrunner entdeckt. Da ich unterschiedliche Blickwinkel zu einem Thema liebe, habe ich mich dazu entschlossen auch eine Blogparade zu starten: http://www.verenalinhart.com/?page_id=571 Ich möchte Dich dazu einladen und würde mich freuen auch von Dir zu diesem Thema etwas zu lesen! Herzliche Grüße, Verena Linhart

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    • Susan

      Hallo Verena,
      danke dir recht herzlich für die Einladung. Ein wirklich großes Thema hast du dir ausgesucht, bin sehr gespannt auf das Ergebnis.
      Bis bald also, du liest von mir 🙂

      liebe Grüße
      Susan

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